Mayakalender und Weltuntergang

Geheimnisvolle Prophezeiung vom Weltende am 21. Dezember 2012

05.02.2010 Wilhelm Ruprecht Frieling

Roland Emmerichs Katastrophenfilm „2012" lockt derzeit Millionen Menschen in die Kinos, die das Thema Weltuntergang diskutierten. Er fußt auf Berechnungen der Maya.

Der Spezialist für effektvolle Weltuntergangsszenarien, Roland Emmerich, greift mit seinem Filmepos „2012“ die Theorie auf, wonach die Maya den exakten Tag der Vernichtung der Erde durch kosmische Energien errechnet haben. Doch was steckt hinter den angeblichen Prophezeiungen des Maya-Kalenders, und: geht 2012 tatsächlich unsere Welt unter?

Die geheimnisvolle Kultur der Maya

Die im südlichen Mittelamerika vor rund 1.500 Jahren lebende präkolumbische Hochkultur der Maya wurde durch herausragende Leistungen in Mathematik und Astronomie berühmt. Sie entwickelte aber auch eine eigene, auf Bildsymbolen basierende Schrift. In diesen immer noch nicht vollständig entschlüsselten Hieroglyphen ist eine der bedeutendsten Hinterlassenschaften dieses ungewöhnlichen, aus ungeklärten Gründen spurlos von der Bildfläche verschwundenen Volkes verfasst: der Maya-Kalender.

Die Kalender der Maya

Forscher und Touristen sind gleichermaßen fasziniert von unvergleichlichen Kulturstätten der Maya, die im Regenwald entdeckt werden. Neben diesen Ruinen haben uns die Maya ihren Kalender hinterlassen. Dabei handelt es sich um drei verschiedene Kalendersysteme, die gemeinsam benutzt werden.

Der „Haab“-Kalender teilte das Sonnenjahr in 18 Monate zu jeweils 20 Tagen auf. Der rituelle „Tzolkin“-Kalender hielt religiöse Begebenheiten fest und diente der Voraussage. Das entscheidende dritte „lange“ Kalendersystem beginnt am 11. August im Jahre 3114 v. Chr. und beziffert jeden nachfolgenden Tag.

Dieser mehr als fünftausend Jahre umfassende Kalender endet exakt am 21. Dezember 2012 und wird danach nicht mehr fortgeführt. Von vielen Theoretikern wird daraus gefolgert, dass die Maya das Ende aller Zeiten errechneten und mit dem Termin den Weltuntergang exakt vorhersagten.

Das Korrelationsproblem

Problematisch für die exakte Interpretation des Maya-Kalenders ist allerdings das Korrelationsproblem. Darunter wird die Aufgabe verstanden, ein bestimmtes Mayadatum zu finden, das sich zweifelsfrei einem Datum des von uns verwendeten gregorianischen Kalenders zuordnen lässt.

Da dies bislang nicht gelungen ist, streiten sich Forscher und Interpretatoren über die Datumsangaben. Die meisten Wissenschaftler hängen dabei der so genannten Thompson-Korrelation an, die nach dem Mayaforscher Sir J. Eric S. Thompson benannt ist und den Kalenderanfang auf den 11. August 3114 vor Christus errechnet.

Esoteriker lieben den Maya-Kalender

Unter Esoterikern und Anhängern von Verschwörungstheorien gibt es wilde Spekulationen über die Interpretation des Maya-Kalenders.

Ufo-Forscher glauben, dass an diesem Tag die Götter (d.h. Außerirdische) zur Erde zurückkehren werden. New-Age-Physiker behaupten, der Sonnenfleckenzyklus habe 2012 eine besonders starke Aktivität, wodurch es auf der Erde zu Revolutionen und Umstürzen komme.

Seher und Wahrsager orakeln, ein von den Maya angeblich vorausgesagter „Synchronisationsstrahl“ aus dem Zentrum der Milchstrasse würde die Menschen „neu ausrichten". Die Menschheit werde am 21.12.2012 einen „Bewusstseinssprung“ vom „Menschen zum Übermenschen“ machen.

Nibiru und Planet X

Unter Verschwörungstheoretikern ist viel die Rede von einem zusätzlichen Planeten, der 2012 in unserem Sonnensystem auftauchen soll. Dieser angeblich bewohnte Planet namens „Nibiru“ oder „Planet X“ soll sich der Erde nähern und enormes Chaos anrichten. Seine Umlaufzeit betrage 3.600 Jahre, bei seinem letzten Auftreten seinen die zehn biblischen Plagen über die Erde gekommen, wird behauptet.

Regisseur Roland Emmerich wiederum greift in seinem Katastrophenfilm „2012“ die Hypothese der Erdkrustenverschiebung auf, die zum Ende der Maya-Zeitrechnung die Erde zerstören wird. In seinem Film wird eine Sinfonie von Erdbeben, Riesenflutwellen und Vulkanausbrüchen vorgestellt, die nur wenige auserwählte Menschen in Archen überleben. Der Film unterstützt die Panikmache der Untergangspropheten, die sich sämtlich auf den Maya-Kalender berufen.

Sollte nun am 21. Dezember 2012 die Erde weiter ihre gewohnte Bahn ziehen, werden Wahrsager, Propheten, Weltuntergangsprediger und Abzocker den Maya-Kalender neu interpretieren und mit neuen Hochrechnungen aufwarten. Im Maya-Kalender selbst ist jedenfalls kein Hinweis auf das Ende der Welt zu finden.

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